Sommer in Südafrika (Teil 2)

In diesem Blogeintrag berichte ich über den zweiten Teil der Südafrika Reise. Wer den ersten also noch nicht gelesen hat, kann dort gerne auch nochmal vorbeischauen:-) 

Während unserer Zeit in Port Elizabeth haben wir unter anderen den Addo Elephant National Park besucht. Aus der Namensgebung des Nationalparks kann man sich schon ableiten, dass es dort Elefanten geben müsste. Und von denen haben wir dann auch tatsächlich sehr viele gesehen. Für mich war es das erste mal, dass ich Elefanten in freier Wildbahn gesehen habe. Als dann plötzlich eines dieser riesigen Tiere neben unserem Auto entlang spaziert ist, war das auf der einen Seite echt faszinierend, aber andererseits hatte ich auch riesigen Respekt vor diesem Tier. Auf jeden Fall eine bislang einmalige Erfahrung.

Neben Elefanten haben wir auch noch Erdmännchen, Zebras, Wüstenfüchse, Strauße, Kudus, Impalas und Pumbaa gesehen. Natürlich haben wir auch gehofft Löwen zu sehen, aber die haben sich leider zu gut versteckt.

Da die Palmen, der dauerhafte Sonnenschein und die dementsprechenden Temperaturen nicht allzu typisch für die deutsche Winterzeit sind, kam bei mir in diesem Dezember nicht so wirklich Weihnachtsstimmung auf. Als wir noch in Kapstadt waren, hatten Moritz und ich den Nikolaus fast ganz vergessen und so war es auch irgendwie komisch als es dann Heilig Abend war. 

Mit einem anderen Freiwilligen hatte ich mir überlegt den Anlass zu nutzen um einfach mal wieder so richtig typisch deutsch zu essen. Also sind wir zu einem österreichischen Restaurant gegangen und zu Essen gab es zuerst Brot mit Butter und dann Jägerschnitzel mit Spätzle. Da ich die Monate davor in Namibia nur Toast im Supermarkt fand, war die Freude über das Roggenbrot fast so groß wie über die Spätzle;-). Und vom Ambiente her war es in diesem Restaurant ungefähr so wie bei Oma&Opa, ein ganz kleines Stück Deutschland in Afrika also. Abends ging es dann noch in einen Gottesdienst, aber da in Südafrika sowieso erst am 25.12. Heilig Abend gefeiert wird, war dieser nicht all zu lang und zur Abwechslung mal verständlich, weil alles auf englisch war:-) . 

Die Nacht von Heilig Abend auf den ersten Weihnachtsfeiertag war dann unerwartet kurz. Im Dormroom war ich zu diesem Zeitpunkt nur noch mit einer jungen Inderin und noch ein anderes Bett wurde von jemandem belegt, den ich noch nicht gesehen hatte. Gegen 3 Uhr in der Nacht kam dann ein junger Mann völlig aufgelöst in unser Zimmer. Es war der andere Gast, den wir noch nicht kannten. Es stellte sich heraus, dass sich vor dem Sicherheitstor unseres Hostels  zwei Männer vor wenigen Minuten wohl selbst ihre Weihnachtsgeschenke besorgt hatten. Der 21 jährige Schwede war nämlich zu Fuß wenige hundert Meter zurück zum Hostel gegangen. Wenn man dann ins Hostel reinkommen möchte, muss man zunächst einen vierstelligen Zahlenfolge eingeben, dann öffnet sich das Tor, und dann muss man das gleiche Spiel noch bei zwei weiteren Türen machen. Ziemlich sicher also. Jedoch war es der erste Tag im Hostel für den Schweden und ihm fiel der Sicherheitspin nicht sofort ein. Zeit genug für zwei vermummte Männer um ihn mit einem Messer zu bedrohen und auszurauben. Handy und Portemonnaie waren also weg, aber außer eines riesigen  Schrecks und den Wunsch so schnell wie möglich zurück zu fliegen, ist ihm zum Glück nichts passiert. Dennoch leider ein gutes Beispiel dafür, wie sicher oder besser gesagt unsicher es dort sein kann. 

Am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages ging es dann für drei andere Freiwillige aus PE, Moritz und mich auf den Roadtrip entlang der Garden Route zurück nach Kapstadt. Über Francis Bay, wo der größte Leuchtturm Südafrikas steht (im Endeffekt sehr unspektakulär) und Storms River Village ging es zum Tsitsikamma National Park. 

Tsitsikamma National Park
Suspension Bridge

Danach ging es nach Plattenberg Bay, wo es abends im Hostel am Kamin ein kleines Konzert gab. Da unser Hostel etwas außerhalb vom Ort im Wald lag, haben wir uns Plattenberg Bay nicht nochmal angeschaut. Denn am nächsten Tag sind wir direkt weiter ins De Hoop Natur Reserve gefahren. Dort angekommen haben wir unter anderem Flamingos, Strauße, Zebras und Schildkröten gesehen. Da dieses Nature Reserve direkt an der Küste liegt, hatten wir dort auch die Möglichkeit aus dem Auto auszusteigen und zum Meer zu spazieren. Es war zwar wirklich sehr windig, aber mit den weißen Sanddünen, Felsen und türkis blauen Wasser auch total schön.

Und nachdem wir etwas Zeit am Strand verbracht hatten, wollten wir uns eigentlich auf den Rückweg machen. Doch unsere Fahrt aus dem Reserve stellte sich dann doch als etwas komplizierter heraus, als gedacht. Unbedacht sind wir einem anderen Auto hinterher gefahren. Langsam näherten wir uns einem hohen Zaun mit einem riesigen Tor, ob man da noch weiterfahren kann? Aus dem Auto vor uns stieg derweil schon ein Junge aus und öffnete das Tor. Da gehts also wirklich weiter. Wir dachten uns nichts dabei, fuhren auch auf die andere Seite des Zauns und der Junge war sogar so nett auf uns zu warten und das Tor wieder zu zuziehen. Wir sind also dem Weg weiter gefolgt, das Auto vor uns verschwand irgendwann und auch unser Weg wurde zunächst holpriger und schließlich endete er im Nirgendwo. Da wir sowieso nur ein Zebra und Flamingos zu Gesicht bekamen, drehten wir wieder um. Zurück am Tor fanden wir es natürlich geschlossen vor, da der Junge es zugezogen hatte. Und plötzlich fiel mir auch das große Stopp Schild auf, was auf der anderen Seite montiert war. Komisch, konnten wir doch einfach nach dem anderen Auto hier weiterfahren. Beim näheren Betrachten des Tors wurde uns bewusst, dass das Tor nicht nur zugezogen, sondern auch mit einem Schloss verriegelt war und sich nicht öffnen ließ. Langsam wurde uns bewusst, dass wir wohl in keinem Bereich des Reserves waren, der für Touristen gedacht war. Da wir keine andere Möglichkeit des Entkommens hatten, mussten wir wohl oder übel die Emergency Number des Parks anrufen. Parallel konnten wir vereinzelt Autos auf der anderen Seite des Zauns beobachten, wie sie sich uns langsam näherten und dann doch kurz vorher wendeten. Hätten wir das nur auch mal gemacht. Nach ca 45 min kam dann das rettende Auto, ein Mann stieg aus und entriegelte das Schloss. Etwas peinlich berührt fuhren wir an ihm vorbei und verließen den Park nun so schnell wie möglich.

Bevor wir dann an unserem vierten Tag des Roadtrips Kapstadt erreicht haben, sind wir noch zum Kap Agulhas gefahren. Dort befindet sich der südlichste Punkt Afrikas und der Atlantik und der indische Ozean treffen aufeinander. 

Von Kapstadt aus sind wir in den nächsten Tagen zum Cape Point und Cape of Good Hope gefahren. Nur leider waren wir da mit unserer Idee nicht alleine, sodass wir, zwar auf der Straße mit dem schönsten Ausblick in Südafrika, aber dennoch fünf Stunden im Stau standen, bis wir in den Nationalpark reinkamen. 

Silvester haben wir dann mit fast allen Freiwilligen aus Namibia und Südafrika in Kapstadt gefeiert (alle anderen Freiwilligen sind von der Organisation „Weltwerts“). Neben dem Verlust einiger Portemonnaies und Handys war es in dem überfüllten und trubeligen Kapstadt auf jeden Fall mal ein anderes Silvester, als ich es aus Deutschland kannte.

Am letzten Tag in Südafrika ging es dann nochmal mit ein paar Mädels auf den Tafelberg. Diesmal mit der Gondel, was zwar deutlich unanstrengender war, aber dafür natürlich auch etwas teurer. Und auch wenn man mit der Gondel fährt, muss man genügend Zeit einrechnen, da die Warteschlange nicht selten lang ist und man so oft länger als ein bis zwei Stunden warten muss. 

Abends sind wir nochmal mit unserem Mietwagen auf den Signal Hill gefahren, von wo man einen super Blick auf die gesamte Stadt hat. Ein wirklich schöner Abschluss von den vier Wochen in Südafrika.

Wieder zurück in Windhoek habe ich noch ein paar Tage bei meinen Bekannten auf der Farm verbracht. Dort bin ich mit auf Jagd gegangen und habe das erste mal beim Schlachten zugeschaut, ich wurde vom Hund ins Bein gebissen und ein paar Stunden vor meiner Abfahrt zurück in den Norden habe ich sogar noch Giraffen gesehen! 

Zu Hause angekommen, ging die Reise kurz darauf schon wieder weiter, diesmal nach Tansania. Doch dazu mehr in einem anderen Blogeintrag.. 

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